Evangelische Jugendsozialarbeit
Junge Menschen in die Arbeitswelt zu integrieren, war immer das wichtigste Ziel von Jugendsozialarbeit. Deshalb gehören Berufshilfe, Bildungs- und Beratungsarbeit zu ihren wesentlichen Aufgaben. Schon im 19. Jahrhundert kümmerte sich die Innere Mission um junge Menschen, die außerhalb ihrer Familien und Heimatorte erwerbstätig waren; so etwa "Evangelische Jünglings- und Jungfrauenvereine", die u.a. zur beruflichen Fortbildung anregten. Es entstanden Wohnheime für junge Männer und Frauen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wuchs die Jugendkriminalität durch Armut, Heimatlosigkeit und das Fehlen familiärer Bindungen. 1949 wurde in Bremen die Bundesarbeitsgemeinschaft Evangelische Jugendsozialarbeit gegründet, um für junge Flüchtlinge, Vertriebene sowie elternlose Jugendliche Unterkunft, Arbeit und Ausbildung zu schaffen. In der ersten Hälfte der 50er Jahre kam es zu einer ausgeprägten Jugendarbeitslosigkeit. Es entstanden zahlreiche Jugendwohnheime, die u.a. "streunende" Jugendliche aufnahmen und ihnen Arbeit und Wohnung vermittelten. In der Gegenwart stellt die hohe Arbeitslosigkeit klassische Jugendsozialarbeit zunehmend infrage: Nicht mehr das dauerhafte Arbeitsverhältnis ist nun oberstes Ziel, sondern ein biographisches Unterstützungsmanagement und persönlichkeitsbildende Ziele.
