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Erziehungshilfe

Renate Zitt definiert zunächst Kinder- und Jugendhilfe und beschreibt sie dann als großes Feld diakonischen Handelns. Sie schildert die geschichtliche Entwicklung der diakonischen Hilfe von ihren Anfängen in der Reformation bis heute. Dabei hätten die Nöte der Kinder und Jugendlichen immer im Mittelpunkt gestanden. Stichwörter sind "Pauperismus", "Rettungshäuser", das "Rauhe Haus", "private Familienfürsorge" und schließlich "Erziehungsanstalten". Zitt beschreibt, wie sich die Ziele der Hilfe mit den Zeiten änderten – v.a. im National-sozialismus: seit 1933 habe sich zunehmend die Unvereinbarkeit zwischen christlichem und nationalsozialistischem Menschenbild gezeigt. Die Entwicklung nach 1945 bezeichnet sie in der Bundesrepublik als Neubeginn - im Gegensatz zur staatlichen Monopolisierung in der DDR. Nach der Wiedervereinigung  sei die Hilfe vom "obrigkeitsstaatlichen Eingriffsverständnis" befreit und zu einer sozialstaatlichen Dienstleistung umgewandelt worden. Heute habe Kinder- und Jugendhilfe in der Diakonie die Aufgabe, gesellschaftlich wirksame Institu-tionen so weiterzuentwickeln, dass sie Kindern und Jugendlichen Lebensperspektiven eröffnen.