Krankenhauswesen
Das evangelische Krankenhauswesen verdankt seine Entstehung und seine spezifische Ausprägung den Diakonissen, die seit der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts nicht nur die Krankenpflege selbst überhaupt erst etablierten, sondern seitdem auch das Bild von der „Krankenschwester“ wesentlich bestimmten. Dank der medizinischen Fortschritte entwickelten sich die bestehenden Hospitäler sukzessive zu modernen Heilanstalten, deren professionelle Führung notwendig wurde. Um die Jahrhundertwende spezialisierten sich die verschiedenen Fachkliniken, während die pflegerische Behandlung zunehmend den Kranken ganzheitlich in den Blick nahm. Den wechselnden Herausforderungen im 20. Jahrhundert begegneten die evangelischen Krankenhäuser durch verbandliche Organisation und Interessenvertretung. In jüngster Zeit, seit der Nachwuchsmangel an pflegerischen Fachkräften eine konfessionelle Öffnung und der sich verschärfende Markt eine ökonomische Handlungsorientierung erzwangen, stehen evangelische Krankenhäuser gleichzeitig vor der Herausforderung, ihr diakonisches Profil zu wahren.
