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‚Öffentliche Mission’ – Die Publizistik der Inneren Mission

Seit den 1840er Jahren erschienen verstärkt unterhaltende und populärwissenschaftliche Lesestoffe. 1874 verschwand die Zensur; gegen Ende des 19. Jahrhunderts entstand die Massenpresse. Der Verbandsprotestantismus nutzte die Publizistik, um auf die Lebenswirklichkeit der Menschen einzugehen, das soziale Engagement der Kirche in die Öffentlichkeit zu tragen und der kommunistischen und liberalen Propaganda entgegenzutreten.

Wichtigste Medien waren christliche Volksliteratur, Flugschriften, Zeitschriften und Kolportagen. 1891 wurde der "Evangelisch-Soziale Preßverband" der Kirchenprovinz Sachsen gegründet, es folgten weitere Presseverbände in anderen Provinzen. Leitmotiv dieser Presseaktivitäten war die "Christianisierung der weltlichen Presse". 1924 wurde beschlossen, einen evangelischen Propagandadienst einzurichten, der u.a. finanzielle Mittel beschaffen sollte.

Der Nationalsozialismus schränkte die evangelische Publizistik zunehmend ein und beseitigte sie schließlich ganz. Nach 1945 musste die evangelische Publizistik von Grund auf neu aufgebaut werden. Die Entwicklung verlief in den beiden deutschen Staaten gegensätzlich. Heute stellen die Periodika der Diakonie einen beachtlichen publizistischen Faktor in der EKD dar.